Zum Inhalt springen

Glossar: Die wichtigsten Begriffe zum luziden Träumen von A bis Z

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 5 Minuten4 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. A bis F
  2. G bis M
  3. N bis R
  4. S bis Z
  5. Namen, die man kennen sollte
  6. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abkürzungen enden fast alle auf -ILD: Induced Lucid Dream. Davor steht die Methode: Mnemonic, Senses, Wake, Finger.
  • DILD und WILD beschreiben nicht Techniken, sondern Einstiege: aus dem Traum heraus oder aus dem Wachen.
  • WBTB ist kein -ILD, sondern der Zeitpunkt: Wecker, Wachphase, zurück ins Bett.
  • Begriffe aus Esoterik und Forschung sind hier getrennt gekennzeichnet.

Die Klartraum-Szene liebt Abkürzungen. Hier stehen die gebräuchlichen, dazu die Fachbegriffe aus der Schlafforschung und einige Wörter aus der Esoterik, die man kennen sollte, um sie einordnen zu können. Wo es einen ausführlichen Artikel gibt, ist er verlinkt.

A bis F

Astralreise
Esoterischer Begriff für das Erlebnis, den Körper zu verlassen. Neurologisch ein Klartraum oder eine Schlafparalyse-Erfahrung mit Austrittsgefühl. → Astralreisen
DEILD – Dream Exit Initiated Lucid Dream
Nach dem Aufwachen aus einem Traum völlig still liegen bleiben und direkt zurück in den Traum gleiten, diesmal luzid. Nutzt das Zeitfenster, in dem der Körper noch in REM-Nähe ist. Variante von WILD.
DILD – Dream Initiated Lucid Dream
Luzidität entsteht mitten im Traum, weil etwas auffällt. Der häufigste Weg; MILD, SSILD und Reality Checks zielen auf DILDs.
Derealisation
Wachzustand, in dem die Welt unwirklich erscheint, obwohl man weiß, dass sie echt ist. Vorübergehend normal, anhaltend eine behandelbare Störung. → Träumen, aber wach sein
EEG – Elektroenzephalografie
Messung der Hirnströme über Elektroden am Kopf. Im Schlaflabor Grundlage für die Bestimmung der Schlafstadien und den Nachweis luzider Träume.
Falsches Erwachen
Man träumt, aufzuwachen, aufzustehen, den Tag zu beginnen – und ist noch im Traum. Häufig bei Klartraum-Übenden; mit einem Reality Check nach jedem Aufwachen ein guter Einstieg in die Luzidität.
FILD – Finger Induced Lucid Dream
Beim Wiedereinschlafen die Finger minimal bewegen, nach 20–30 Sekunden Reality Check. WILD-Variante aus Foren, nicht untersucht. → Techniken

G bis M

Galantamin
Verschreibungspflichtiges Demenz-Medikament, das in einer Doppelblindstudie die Klartraum-Quote deutlich erhöhte. Für Gesunde nicht gedacht. → Medikamente
Hypnagogie
Bilder, Geräusche, Körpergefühle beim Einschlafen (hypnopompisch: beim Aufwachen). Normal; Einstieg für WILD.
Klartraum
Deutsches Wort für luziden Traum, geprägt von Paul Tholey. → Definition
Klarheitskriterien
Tholeys sieben Merkmale der Luzidität: Klarheit über den Traumzustand, über die Entscheidungsfreiheit, des Bewusstseins, über das Wachleben, der Wahrnehmung, über den Sinn des Traums, Erinnerung danach.
Luzider Traum
Traum, in dem man während des Träumens weiß, dass man träumt. Kontrolle ist nicht Teil der Definition.
MILD – Mnemonic Induction of Lucid Dreams
Technik nach LaBerge: beim Wiedereinschlafen den Vorsatz setzen, im nächsten Traum zu erkennen, dass man träumt, und sich das bildlich vorstellen. Am besten belegt. → Techniken

N bis R

Narkolepsie
Neurologische Schlafstörung mit Tagesschlafattacken, oft Schlafparalysen und Halluzinationen. Betroffene sollten kein Klartraum-Training ohne ärztliche Begleitung machen.
OBE – Out-of-Body Experience
Außerkörperliche Erfahrung; wissenschaftlicher Begriff für das, was esoterisch Astralreise heißt. Im Labor durch Hirnstimulation auslösbar.
Parasomnie
Sammelbegriff für Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf: Schlafwandeln, Nachtschreck, Sprechen im Schlaf, REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Schlafparalyse.
Prälucid
Man fragt sich im Traum, ob man träumt, entscheidet aber „nein“ und träumt weiter. Vorstufe des Klartraums, bei Übenden häufig.
RBD – REM Sleep Behavior Disorder
REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Die Muskellähmung im Traumschlaf versagt, Träume werden ausagiert. Ärztlich abklären. → RBD
Reality Check (Realitätsprüfung)
Kleine Prüfung mit unterschiedlichem Ergebnis in Wachen und Traum: Nase zuhalten und atmen, Hände ansehen, Text zweimal lesen. → Reality Checks
REM – Rapid Eye Movement
Schlafphase mit schnellen Augenbewegungen, aktivem Gehirn und gelähmter Muskulatur; hier entstehen die lebhaften Träume und praktisch alle Klarträume. → REM-Phase
REM-Rebound
Vermehrter, intensiverer REM-Schlaf nach Phasen der Unterdrückung (Schlafmangel, Alkohol, Cannabis, bestimmte Antidepressiva). Lebhafte Träume, oft unruhiger Schlaf.

S bis Z

Schlafparalyse
Wach sein bei noch bestehender REM-Lähmung, oft mit Druckgefühl und bedrohlichen Halluzinationen. Ungefährlich, Sekunden bis Minuten. → Schlafparalyse
Schlafzyklus
Abfolge der Schlafstadien N1, N2, N3 und REM, im Schnitt 90 Minuten; vier bis sechs pro Nacht, mit zum Morgen länger werdenden REM-Phasen.
SSILD – Senses Initiated Lucid Dream
Technik: beim Wiedereinschlafen die Aufmerksamkeit zyklisch auf Sehen, Hören und Fühlen richten. In der ILDIS-Studie gleichwertig mit MILD. → Techniken
Stabilisieren
Maßnahmen, um einen beginnenden Klartraum nicht zu verlieren: ruhig bleiben, Hände reiben, Umgebung ansehen, „Ich träume“ sagen, drehen.
Tagesrest
Freuds Begriff für Erlebnisse des Tages, die im Traum wiederkehren. Die moderne Kontinuitätshypothese präzisiert: gewichtet nach emotionaler Bedeutung.
Traumtagebuch
Morgendliches Notieren der Träume zur Steigerung der Erinnerung und zum Erkennen von Traumzeichen. Grundlage jedes Trainings. → Traumtagebuch
Traumzeichen
Wiederkehrende Elemente in den eigenen Träumen, die im Wachleben so nicht vorkommen (Verstorbene, alte Wohnungen, Fliegen). Persönliche Auslöser für Luzidität.
Traumfigur
Personen im Traum. Aus dem eigenen Gedächtnis gebaut, verhalten sich oft eigenständig; im Klartraum ansprechbar.
WBTB – Wake Back To Bed
Nach 4,5–6 Stunden Schlaf aufwachen, 20–60 Minuten wach bleiben, mit einer Technik zurück ins Bett. Verstärkt jede Technik. → Techniken
WILD – Wake Initiated Lucid Dream
Bewusst vom Wachzustand in den Traum übergehen, ohne die Klarheit zu verlieren; führt meist durch die Schlafparalyse. Für Geübte. → Techniken

Namen, die man kennen sollte

Frederik van Eeden
Niederländischer Psychiater, prägte 1913 den Begriff „lucid dream“ auf Grundlage seiner eigenen Träume.
Stephen LaBerge
Stanford, wies 1981 luzide Träume per Augensignal nach; entwickelte MILD; Autor von „Exploring the World of Lucid Dreaming“.
Keith Hearne
Britischer Psychologe, führte 1975 den ersten Nachweis per Augensignal, kurz vor LaBerge.
Paul Tholey
Frankfurter Gestaltpsychologe, prägte „Klartraum“, formulierte die Klarheitskriterien und untersuchte Klarträume als Methode der Selbsterkenntnis und im Sport.
Michael Schredl, Daniel Erlacher, Tadas Stumbrys
Deutsche bzw. in Deutschland und der Schweiz forschende Traumforscher; Häufigkeitsstudien, Schlaflabor-Induktion, Sporttransfer, systematische Übersichten.
Ursula Voss
Frankfurter Psychologin, zeigte 2009 mit Allan Hobson den hybriden EEG-Zustand luzider Träume.
Denholm Aspy
Australischer Psychologe, leitete die beiden großen Feldstudien zu Induktionstechniken (2017, ILDIS 2020).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DILD und WILD?

DILD: Du wirst mitten im Traum luzid, weil etwas auffällt. WILD: Du gehst bewusst vom Wachzustand in den Traum über. Die meisten Klarträume sind DILDs; MILD und SSILD zielen darauf.

Was bedeutet das -ILD in den Abkürzungen?

Induced Lucid Dream – ausgelöster luzider Traum. Davor steht die Methode: Mnemonic (MILD), Senses (SSILD), Wake (WILD), Finger (FILD), Dream Exit (DEILD).

Ist Klartraum dasselbe wie luzider Traum?

Ja. Klartraum ist das deutsche Wort, das Paul Tholey in den 1980ern eingeführt hat; luzider Traum ist die Übersetzung des englischen lucid dream.

Quellen

  1. LaBerge, S. et al. (1981): Lucid dreaming verified by volitional communication during REM sleep. Perceptual and Motor Skills 52(3) – https://doi.org/10.2466/pms.1981.52.3.727 (abgerufen 10.10.2026)
  2. Voss, U., Holzmann, R., Tuin, I., Hobson, J. A. (2009): Lucid dreaming: A state of consciousness with features of both waking and non-lucid dreaming. Sleep 32(9) – https://doi.org/10.1093/sleep/32.9.1191 (abgerufen 10.10.2026)
  3. Stumbrys, T., Erlacher, D., Schädlich, M., Schredl, M. (2012): Induction of lucid dreams: A systematic review of evidence. Consciousness and Cognition 21(3) – https://doi.org/10.1016/j.concog.2012.07.003 (abgerufen 10.10.2026)
  4. Aspy, D. J. (2020): Findings From the International Lucid Dream Induction Study. Frontiers in Psychology 11:1746 – https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.01746 (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion Luzides Träumen lernen. Erstmals veröffentlicht im August 2023, vollständig neu geschrieben und geprüft am 10.10.2026. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung.

Mehr aus Wissen